Montag, 2. Juni 2008

Summertime

Sooooo, mittlerweile genieße ich schon eine Woche meine Uni-freie Zeit hier. Draußen lacht die Sonne vom strahlend blauem Himmel bei nicht-schwülen 25° und einer stetigen Briese vom mehr her.... hach jaaaa. :)

Nur die Schweden in meinem Wohnheim wissen es wohl nicht so recht zu genießen. Innerhalb kürzester Zeit sind 4 Leute auf meinem Flur ausgezogen. Und die übriggebliebenen fahren alle ab nächster Woche nach Hause / in den Urlaub / zu ihrem Summerjob. Selbst viele der Austauschstudenten machen jetzt die Fliege. Etwas, was ich nur sehr begrenzt nachvollziehen kann, da doch gerade jetzt DIE ideale Urlaubszeit wäre. Aber anscheinend haben die Damen und Herren wohl besseres zu tun... (ja, hierbei rümpfe ich mit voller Inbrust die Nase! ;) ).


Die letzten Fotos von meinem Wohnheim und Umgebung sind im Winter entstanden. Allerdings kann ich mich kaum noch erinnern, wie das damals aussah, so sehr hat sich die Natur gewandelt. Darum jetzt ein Update-Album:

Wohnheim Kjellmansgatan - im Sommer


Die nächsten Tage werde ich hoffentlich noch das ein oder andere Siteseeing-Abenteuer meistern, vielleicht auch diesen unsäglichen Cabrioletbus besteigen, der hier mehrmals am Tag vor meinem Fenster entlang fährt und alle Insassen bequem in selbiges schauen können...

Samstag, 31. Mai 2008

Cortege

Mittlerweile ist der Cortege schon ziemlich genau einen Monat her. Aber ich will euch die Bilder davon nicht vorenthalten:

Cortege


Der Cortege ist eine alte Tradition der Chalmers-Studenten. Schon seit über 90 Jahren macht ein Tross von Studenten eine Parade, die von Chalmers bis in die Innenstadt von Göteborg zieht. Heutzutage erinnert es ein wenig an Karneval, weil sich alle Leute verkleiden und Wagen(aufbauten) bauen. Aber anders als im Rheinland gibt's keine Kamellen, sondern nur beißenden Spott... ;) Auf jeden Wagen machen die Leute eine eigene Show. Das macht den Reiz des ganzen aus, weil es wirklich lustig ist.

Die Leute, die die Wagen gebaut haben, hatten auf jeden Fall viel Spaß. Von den 14 offiziellen Bautagen haben die Leute bestimmt zu 80% nur gefeiert. Parallel zum Bau gab' es jeden Abend eine kleine Fete im Öltentet (dem Bierzelt), welches mit echtem Rasen(!) ausgelegt war. Dazu haben auch die einzelnen Studentenvereinigungen, die leicht den Fachschaften ähneln, immer irgendeine Party veranstaltet. Noch 3 Tage vor dem Beginn des Cortege sah es nicht so aus, als ob die Leute jemals fertig würden...

Letztendlich haben sie aber fehlende Aufbauten durch mehr Show wett gemacht. Und die Musik der Kapellen war mal um einiges besser, als im üblichen Karneval oder Schützenfest daheim. Die Schweden sind einfach cooler... ;)

Donnerstag, 15. Mai 2008

Brännö

Letztes Wochenende waren wir Grillen auf Brännö. Das ist eine von vielen Schären vor der Küste Schwedens. Göteborg hat direkt vor dem Hafen ein halbes Dutzend dieser Miniinseln. Fast alle sind auch bewohnt und mit Fähren recht bequem erreichbar. Anscheinend hatte nicht nur wir diese Idee, sondern auch dutzende anderer Menschen. Die Fähre nach Brännö war auf jeden Fall gerammelt voll. Irgendwie ist die Insel dann doch groß genug, dass sich diese Menschenmassen wieder verlaufen. Auf dem Hügel waren wir jedenfalls lange die einzigen Menschen weit und breit. Auf dem Hügel gab' es so ein putziges Holzhäuschen, in dem dutzende Portraitfotos von alten Schweden hingen. Der Sinn der Übung war mir allerdings nicht wirklich klar. Neben dem Haus hat irgendjemand ziemlich unmotiviert einen großen Betonblock gegossen. Vielleicht war das mal eine Befestigungsanlage aus dem 2. Weltkrieg. Stand aber auch nichts dran. Anyway, Grillen auf Brännö - DAS ist nunmal echtes Schweden-Feeling!

Brännö

Sonntag, 27. April 2008

Böse Rauchmelder

Es begab sich zu Mitternacht an einem Samstag, als unser junger Held die Küche seines Wohnheimes betrat um das zugegebenermaßen späte Verlangen nach einer warmen Mahlzeit zu befriedigen. Es sollte Reis, Gemüse und als Krönung Lachsfilet geben. Er machte sich frisch ans Werk und war guten Mutes selbst als etwas viel Pfeffer und andere Gewürze in das Fett neben dem zarten Stück Lachsfilet fiel. Ein leichter Nebel schien seine Kochkünste zu würdigen. Doch seine Aktionen sollten nicht unbeobachtet bleiben. Einen Dämon, der sich seit Äonen von Jahren auf diesem Planeten befindet, verschlug es just in dieser Nacht in die Küche unseres Heldens. Die Kreatur des Feuers besetzte, wahrscheinlich ohne sich der Ironie seiner Handlung im Klaren zu sein, den Rauchmelder an dem Ort des zu dem Zeitpunkt wohl vortrefflichstem kulinarischen Wirken in Göteborg.



Der Dämon mißgönnte unserem Helden seinen Triumph und benutzte den leichten Nebel als Alibi, seine Behausung zu aktivieren. Ein ohrenbetäubender elektronischer Schrei (Menschen ohne Phantasie würden ihn wohl als "Piepen" bezeichnen) erfüllte den Raum und unseren jungen Helden mit Furcht und Schrecken.



Panisch versuchte er das große Küchenfenster aufzureißen, was ihm aber mißlang, weil eine teufliche Schnur den weg des Rahmens versperrte. Auch das Entfernen der Speisen vom Herd brachte keinen Erfolg (wohl auch, weil das Werk eigentlich schon vollendet war und alle Feuerstellen verloschen waren). Als unser Held dann die Küchentüre öffnete, um die anderen Mitbewohner zu beruhigen (bzw. um Hilfe zu ersuchen), hat der böse Dämon auch den Rauchmelder auf dem Flur aktiviert.
Nach einigen bangen Minuten hatte aber der Dämon wohl genug und stellte die Geräte wieder aus. Unser Held jedoch schwor sich, nie wieder um Mitternacht zu kochen...

Samstag, 5. April 2008

Mein Wohnheim

Sorry Leute, dass ich mich abermals davor gedrückt habe, im Blog was zu schreiben. Ich war die letzten Wochen extrem unmotiviert, irgendwas sinnvolles zu tun... Nun ja, ich bin die kommenden Tage dabei, einige Panoramen zusammenzufügen, damit ihr sehen könnt, wie hübsch die Gegend hier sein kann.
Auf vielfachen Wunsch jetzt aber erstmal einige Außenansichten von meinem Wohnheim:

Wohnheim von außen

Donnerstag, 20. März 2008

Neuer Trockner

Ich bin zutiefst erschüttert. In unserem Waschraum ist ein Trockner kaputt gegangen. Aber anstatt ihn notdürftig zu reparieren, wie ich es erwartet hätte, haben die Leute vom SGS uns einen komplett neuen Trockner in den Keller gestellt:



Man muss aber auch sagen, dass wir bislang in der Trocknersteinzeit gelebt haben. Das alte Bedienkonzept (Trockenprogramm am großen Drehknopf einstellen und dann Start drücken) war wirklich total bedienerunfreundlich. Das neue System ist komplett menügesteuert und das auch noch mehrsprachig (auch wenn es eine große Affinität zum schwedischen hat, neu eingestellte Sprachen verschwinden nach einigen Minuten wieder...). Nur ca. 10 Bedienschritte trennen mich nun vom Trockenprogramm meiner Träume. Das nenne ich mal Fortschritt... ;)

Ach ja, bislang hab' ich ja noch gar nichts vom Waschen hier im Wohnheim erzählt. Nun, jeder Bewohner kann kostenlos(!) die Geräte benutzen, muss dafür aber übers Internet bzw. über ein Terminal (wenn man so wie ich keine Personnummer hat... jaja, ohne diese ist man in Schweden gar kein ganzer Mensch...) buchen:



Das Terminal steht bzw. höngt im Keller des Nachbarhauses.
Dafür hat man dann drei Stunden Zeit seine Waschorgien auszuleben. Allerdings muss man schon etwas planen, da die Slots meistens schon 2 Tage im voraus ausgebucht sind. Ok, jetzt über Ostern habe ich wohl freie Bahn, aber um Rushour-Slots um 19 Uhr herum zu reservieren muss man schon früh buchen.
Der Waschraum ist gar nicht mal so schlecht ausgestattet: 2 Waschmaschinen, 2 Trockner, 1 Trockenschrank, 1 Bügelbrett und diverse kleinere Annehmlichkeiten. Und das beste wie schon gesagt: alles in der Miete inbegriffen.
Schaut euch einfach mal die Gallery an um einen Eindruck vom Waschraum zu bekommen!

Waschen in Göteborg

Mittwoch, 12. März 2008

Klausuren auf Schwedisch

Sorry Leute, dass ich mich hier so rar gemacht habe in den letzten Tagen. Diese Woche ist eine Klausurwochen an der Chalmers. Ich habe das mehr oder weniger zweifelhafte Vergnügen diese Woche 2 Klausuren schreiben zu dürfen. Heute war "Realtime Systems" an der Reihe. Die nächste ist "Software Constraints" und ist am Freitag fällig. Allerdings ist letztere ein sogenanntes "take home exam", soll heißen, dass wir über den kompletten Vorlesungsinhalt ein Essay schreiben sollen, in dem wir zeigen sollen, dass wir auch den ganzen Kram verstanden haben... Nun ja, schau mer mal, was ich da so zu Papier bringe. Es sollen ja nur gut 2000 Worte sein. Wen's interessiert schaut einfach mal hier nach.

Klausuren in Schweden sind schon eine Sache für sich. Da die Uni ja im Gegensatz zu Aachen verhältnismäßig klein ist (obwohl es die größte technische Uni in Schweden ist...), gibt es kaum Raumprobleme für die Klausuren. Anscheinend wird die Größe des Raumes nach der Anzahl der Anmeldungen bestimmt. Nicht angemeldet? Kein Problem, man probiert es einfach trotzdem. Solange Platz im Raum ist, darf man mitschreiben. Überhaupt habe ich noch nicht ganz durchschaut, wer wann welche Prüfung machen muss und wie oft man diese wiederholen kann. Seltsam war jedenfalls, dass wir heute nur zu gut 20 Leuten in dem Raum saßen und uns 4 Stunden lang mit Scheduling-Algorithmen und Co. gequält haben, obwohl ca. 80 Leute in der Vorlesung und auch in dem Eisenbahn-Lab saßen. Ungewohnt fand ich aber besonders, dass sich der Prof. nur 2 Mal in der ganzen Zeit im Raum hat blicken lassen, um Fragen zu beantworten (die ich natürlich bis dahin wieder vergessen hatte... ). Natürlich waren wir nicht allein, zwei ältere Damen spielten "Guter Cop - Böser Cop" mit uns. Die Frau, die in unserem Raum uns beaufsichtigte war immer nett, lieb und freundlich, während die andere auf dem Flur kurz und angebunden war, wahrscheinlich um den Leuten die Klo-Pause so unangenehm wie möglich zu machen. Sie guckte dabei aber auch noch besonders grimmig, als ob sie uns alle fressen könnte (wir sind wohl schon ein fieses Studentenpack, das sie von besseren Dingen abhält...hach ja). Besonders putzig fand ich, dass die beiden für uns eine Uhr mitgebracht haben, die sie im Raum aufgehangen haben und später wieder pflichtbewußt mitgenommen haben.

Abchließend bleibt noch zu bemerken, dass ich anscheinend die Uni immer noch zu ernst nehme. Wenn ich hier meine schwedischen Bekannten angucke, die sagen: "Ach, bestehe ich die Klausur heut' nicht, bestehe ich sie im Sommer, who cares...", dann fehlt mir noch einiges an laisser faire...

Mittwoch, 5. März 2008

Kanelbullar

Freunde der feinen schwedischen Küche werden sie kennen, die Königin der Schnecken: die Kanelbullar (auf Deutsch: Zimtschnecken). Ich habe mich heute das erste mal daran gewagt, und muss sagen: echt lecker und durchaus besser als die Teile, die man in den Uni-Cafes bekommt. Nun ja, schmecken könnt Ihr ja leider nicht durchs Internet, aber immerhin gibt es Fotos:



Ach ja, wenn Ihr sie nachbacken wollt, dann sucht mal bei Chefkoch nach Schwedischen Zimtschnecken. Beachtet aber unbedingt die Kommentare, die Mehlmenge ist wohl etwas überdimensioniert...

Sonntag, 2. März 2008

Pfannekuchen

In bestimmten Kreisen hält sich bislang das Gerücht recht hartnäckig, dass ich keine Pfannekuchen backen könne. Gut, das mag mit einem Ereignis zusammenhängen, bei dem ich abgelenkt worden bin, uns so die Pfannkuchen.... nun ja... zu sehr mit dem Gewürz des seeligen Hausmannes gesegnet war...

Wie dem auch sei, hier die Beweisfotos, dass ich doch eigentlich der Apfel-Zimt-Pfannekuchen-GOTT bin:
Kochen


;)

Freitag, 22. Februar 2008

Klopfen ist out

Manche Leute behaupten, die Schweden seien den Deutschen ähnlicher als alle anderen Bewohner Europas. So pauschal würde ich das nicht sehen, aber zumindest hab' ich hier noch keinen allzugroßen Kulturschock erlebt. Ein Beispiel ist die Uni:
Im großen und ganzen nämlich ist das Uni-System dem deutschen gar nicht so unähnlich. Unterschiede gibt es natürlich dennoch.
Ein großer Unterschied ist allerdings, dass Chalmers einiges an Geld zu Verfügung zu haben scheint. Alle Gebäude sind wahre Prachtbauten im Vergleich zu so Beinahe-Ruinen wie das Seminargebäude in Aachen. Und es scheint keine Überbelegung zu geben. Wenn hier ein Prof. merkt, dass der Hörsaal zu klein ist, ist es anscheinend kein Problem, einen größeren zu finden. Ok, vielleicht ist der Vergleich auch nicht so ganz fair, die größeren Masterkurse hier haben nur zwischen 80 und 100 Teilnehmer. Eine Sache, die ich in Deutschland wirklich vermisse, sind Gruppenarbeitsräume. Diese gibt es hier nämlich wie Sand am Meer. Jeder Raum bietet Platz für ca. 10 Personen und hat ein Whiteboard (inklusive Stifte). Die Uni rollt also den Studenten geradezu den roten Teppich aus...
Ein weiterer Pluspunkt ist die Art und Weise, wie hier Vorlesungen und überhaupt alle Veranstaltungen ablaufen: Es gibt nach 45 Minuten immer 'ne viertel Stunde Pause. Eine der genialsten Erfindungen schlechthin! :) Ich hab' bisher in Deutschland keine einzige Vorlesung gehabt, an deren letzten halbe Stunde ich mich erinnern kann. Nach einer Stunde Zuhören hat man einfach keinen Bock mehr, dem nicht immer den höchsten pädagogischen Ansprüchen genügendem Vortrag zu lauschen bzw. gegen den Schlaf zu kämpfen. Es gibt bestimmt mittlerweile einen Langweiligkeitsindex, vielleicht könnte man ihn ja nach einer der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Hochschullandschaft (wenn nicht gar der ganzen zivilen Mobilfunkwelt) benennen: "Und, wie war die Vorlesung?" - "Hm, ich würde sagen, sie hat mindestens Stärke 6 auf der nach oben offenen Walke-Skala erreicht..." - "Oh, du ärmster!"
Es sind wie gesagt aber die kleinen Dinge, die einem Aachen "erfahrenen" Studenten auffallen: Die Leute klopfen nicht. Nach keiner einzigen Vorlesung wird geklatscht oder auf die Klapptische geklopft. Sie sind einfach zu Ende und alle stehen auf, ohne irgendwie "formell" die Sache zu Ende zu bringen. Sehr strange... Was meint ihr wie schwierig es für mich am Anfang war, nach der Vorlesung einfach aufzustehen, ohne in dieses jahrelang antrainierte Ritual zu verfallen?
Auf meine Nachfrage hin guckte mich mein pakistanischer Sitznachbar so an, als ob ich ihn fragen würde, warum es besser ist, nicht einen Fön mit in die Badewanne zu nehmen. "You are clapping in Germany after the lectures? Why would you do that? Are the lectures always so good?" Gute Frage... Vielleicht beglückwünschen wir uns einfach auch nur unbewußt, dass wir wieder 90 Minuten in zum Teil überfüllten und/oder überheizten Hörsälen ausgehalten haben. Bei Vorlesungen der Stärke 4 aufwärts auf der Walke-Skala wirklich kein leichtes Unterfangen...

Besch...eidenes Wetter

Gerade stürmt und regnet es draußen. Es ist dieses fiese Dein-Schirm-wird-dir-nieeee-wieder-was-nützen Wetter (ok, der kleine Schirm wirkte schon ein bißchen albern... aber immerhin hatte ich die Lacher auf meiner Seite! ;) ). Und noch fieser war, dass selbst die Wartehäuschen der Straßenbahn keinen Schutz mehr boten, weil egal wo ich stand immer der Wind inklusive Regen in meine (und die meiner Mitwartenden) blies. Brrrrrr....
Nun ja, auf jeden Fall hab' ich jetzt wieder einen Anlass weiter am Blog zu schreiben...
Also viel "Vergnügen"! ;)

Samstag, 9. Februar 2008

Aller Anfang ist...kompliziert.

Ich lebe jetzt ja schon seit einer Woche in Göteborg, aber die Zeit kommt einem unglaublich lang vor, weil doch einiges passiert ist.

Nach recht angenehmen Flug hat mich der Shuttlebus am Göteborger Hauptbahnhof 'rausgeschmissen. Zum Glück hab' ich recht schnell den Bus zum SGS (das ist so ne Art Studentenwerk hier, aber nur für Wohnheime zuständig) gefunden und konnte da die Schlüssel zu meinem neuen Traumdomizil in Empfang nehmen. "Klappt ja alles wie am Schnürchen!" dachte ich. Aber zu früh gefreut...

Da das SGS in diversen Briefen und Unterlagen immer wieder betont hatte, dass eine Matraze nicht vorhanden sei, aber ich ein Erasmus-Package inlusive Matraze mieten könne, machte ich mich direkt auf den Weg zu dem Büro des SGS welches sich darum kümmert. Irgendwie sind sätmliche Büros des SGS wild in der Stadt verteilt, keine Ahnung, ob das irgendeinen Sinn hat. Vielleicht sollen wir einfach im Training bleiben... (per Bus konnte ich zwischen den Büros nur mit großen Umwegen pendeln). Auf jeden Fall wollte die Dame bei der sogenannten "vecko bostäder" erstmal 950 Kronen bar auf die Kralle. In ganz Schweden, wirklich fast überall, kann man mit Karte zahlen. Nur dort, wo es wirklich mal sinnvoll wäre, haben sie sowas nicht im Angebot... Nun gut, natürlich hatte ich soviel Geld nicht mal eben bar dabei und bin dann zu den nächsten Geldautomaten getigert. Der erste hat dem Menschen vor mir gnädigerweise noch Geld ausgezahlt, mich begrüßte er nur noch bedingt freundlich mit einem "Out of order". Der zweite Geldautomat war nicht so gesprächig, präsentierte dafür aber einen netten Windows Bluescreen.
Zum Glück viel mir ein, dass die Schweden sich auch Geld in Supermärkten an der Kasse auszahlen lassen können, wenn sie mit Karte bezahlen. Der nächste Supermarkt war auch direkt um die Ecke. Nach 10 Minuten Schlange stehen und einem Alibi-Cookies-Päckchen in den Händen, machte ich die... interessante Begegnung mit der Kassiererin. Es ist erstaunlich, wieviel man in einem 30-Sekunden -Gespräch mißverstehen kann... Letztendlich konnte ich nur 400 Kronen abheben, was gerade so reichte, um das Erasmuspaket zu finanzieren.
Zurück im Büro des Vecko Bostäders ereilte mich die nächste Hiobsbotschaft. Auf meine vielleicht zu naive Frage, wo denn die Matraze in meinem Wohnheim gelagert würde, bekam ich die Auskunft, dass alles in einem Lagerraum in der Nähe sei. In der Nähe des Büros wohlgemerkt, nicht in der Nähe meines Wohnheimes. Für den Transport seien sie allerdings nicht zuständig, den müsse ich selber organisieren. Zum Glück war ich nicht der erste mit dem Problem. So erfuhr ich mit Erstaunen, dass sich meine Vorgänger wohl ein Taxi genommen haben, um zu ihren Wohnheimen mit der Matraze und dem restlichen Erasmus-Packages (ein ziemlich unspektakulärer Umzugskarton mit Bettdecke, Kissen und etlichen Kücheutensilien) zu gelangen. Ich hatte mit vielem gerechnet, nicht aber mit einem Mini-Umzug in Göteborg, nur um eine Matraze zu bekommen... Nun denn, da die Matraze wohl das dünnste Modell war, was man bei IKEA erstehen kann, konnte ich sie ganz gut falten, so dass sie knapp in den Kofferraum des Taxis passte. Billig war der Spaß allerdings nicht, knapp 25 Euro hat es gekostet (wahrscheinlich kaum weniger, als die Matraze neu gekostet hat... ).
Nun ja, letztendlich hat doch alles geklappt. Ich konnte jedenfalls ein recht hübsches und geräumiges Zimmer beziehen. Die Bilder von dem "Rohzustand" seht ihr in der Galerie. Das wird hoffentlich in den nächsten Wochen etwas voller, insbesondere die Wände sind doch ziemlich kahl.
Allerdings hatte damit die Lauferei kein Ende, um meinen Internetanschluss zu bekommen, mußte ich wieder durch die halbe City laufen. Schweden ist ein Land, in dem man Geduld haben muss. Viel Geduld, um genau zu sein. Die Öffnungszeiten der Büros von allen Angelegenheiten, die wir Studenten erledigen müssen, sind recht knapp bemessen. Und Pausen, ja die Pausen werden mit militärischer Präzision eingehalten. Pausen sind den Schweden auf den Ämtern heilig.
Wie dem auch sei, mittlerweile habe ich den meisten Papierkram erledigt. Deutschland, das Land der Bürokratie, hat mit Schweden einen würdigen Gegner gefunden... ;)
Schweden ist aber auch das Land der Technik und der allgegenwärtigen Überwachung, aber dazu später mehr! :)
Göteborg - die ersten Tage

... und es werde Licht.

So, jetzt hab' ich also auch mein eigenes Blog. Eigentlich wollte ich ja nie sowas machen. Aber gut, vielleicht interessieren Euch tatsächlich meine Erlebnisse hier in Schweden... Nun gut, lasset die Spiele beginnen! ;)